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Andreas Protze

Schach SG Niederelbe
Saison 2011/12 Runde 2
Schach 2011/12 - Runde 2: SF Buxtehude - SG Niederelbe 3:5

Liebe Schachfreunde,

die 2. Runde der Verbandsliga Nord bedeutete zugleich das erste Auswärtsspiel der noch jungen Saison in Buxtehude. Mit guten Erinnerungen fuhren alle dorthin, hatten wir doch mit einem Kantersieg in der letzten Runde der vergangenen Saison nicht nur den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht, sondern uns auch auf einen nicht mehr erwarteten 4. Platz in der Verbandsliga Nord vorgespielt. Doch das war letzte Saison und der Gastgeber trat mit der stärksten Formation an und bereitete dieses Mal keine Gastgeschenke.

An einigen Brettern waren wir nominell von der Wertzahl favorisiert, so dass natürlich ein Mannschaftssieg das klar anvisierte Ziel durch Teamcaptain Dietmar Schade war. Doch schon der Beginn war sehr mühsam für uns und alles andere als verheißungsvoll. Schon nach wenigen Zügen mussten wir an 3 Brettern unser ganzes Können aufbieten, um nicht unter die Räder zu kommen.

Doch leider konnte Frank Sturm, sonst die Zuverlässigkeit in Sachen Punktegarantie, am 6. Brett mit Schwarz sein misslungenes Eröffnungsexperiment nicht korrigieren. Trotz aller Bemühungen und verbissener Verteidigung musste Frank seinem Gegner zum Sieg gratulieren.

Am 3. Brett standen die Vorzeichen zuerst günstig für uns. Arne Joppien konnte mit den weißen Steinen im Grünfeldinder nach einem bewussten Qualitätsopfer des Gegners Vorteil erzielen, doch seine Figuren harmonierten nicht miteinander und auch der Punkt c3 war ein Sorgenkind. Der Gegner stellte seine Figuren auf Idealpositionen und hatte im Mittelspiel mehr als Kompensation für die Qualität.

Arne mühte sich redlich, die Stellung zusammenzuhalten, doch sein Gegner verstärkte Zug um Zug seine Position und konnte dann im Endspiel nicht nur Material gewinnen, sondern einen entscheidenden Freibauern auf der a-Linie bilden. Dieser Verlust warf uns 0:2 zurück.

Doch so sollte es nicht weitergehen.

Guido Griemsmann musste am 5. Brett mit den weißen Steinen in der Eröffnung schon erste bange Minuten gegen seinen trickreichen Gegner überstehen. Im beginnenden Mittelspiel hatte Guido ausgeglichen und die Lage auf dem Brett beruhigt. Dann nahm er neuen Anlauf und konnte dem Gegner eine Bauernschwäche am Damenflügel zufügen. Allerdings war um den 40. Zug und damit der 1. Zeitkontrolle kein echter Vorteil im Leichtfigurenendspiel für eine der beiden Seiten zu sehen.

Doch Guido demonstrierte die Überlegenheit des Läufers gegenüber dem Springer, weil nur wenige Bauern und viele freie Diagonalen vorhanden waren. Mit einem effektvollen Läuferopfer und damit der Bildung eines unaufhaltbaren Freibauern sorgte Guido für klare Verhältnisse und verkürzte den Vorsprung der Gastgeber.

Am 8. Brett unterlief Axel Buck mit Schwarz in einer selten gespielten Variante der Französischen Verteidigung nach der Eröffnung ein schwerer positioneller Fehler. Mit 11....f6 wollte er den keck vorgepreschten Springer des Gegners in die Schranken weisen, öffnete aber ungewollt eine Diagonale, die sein Gegenüber stets unter Kontrolle behielt und mit der bereits beherrschten offenen d-Linie immensen Druck auf den unrochierten König ausübte. Bis in das Endspiel konnte Axel diese Stellungsunterlegenheit nicht in den Griff bekommen, büßte gar in schlechter Stellung noch einen Bauern ein.

Damit war der Gastgeber mit 3:1 in Führung gegangen.

Doch kurz vor der ersten Zeitkontrolle nach 40 Zügen bzw. 4 Stunden Spielzeit, einer Phase die meist durch große Zeitnotdramen gekennzeichnet ist, konnte Teamchef Dietmar Schade am 7. Brett mit Weiß einen jederzeit sicher herausgespielten Sieg für die Mannschaft erringen und den Rückstand verkürzen.

Im Katalanen hätte Dietmar im Mittelspiel einen aktiven Springer des Gegners durch eine einfache Abtauschkombination einverleiben können, doch sein Gegner machte durch ein unsinniges Qualitätsopfer sogar einen ganzen Turm daraus. Dieser gigantische Materialvorsprung verwertete Dietmar natürlich absolut sicher zum wichtigen Anschlusspunkt.

Am 2. Brett agierte Thomas Cuno mit Schwarz mit Caro-Kann gewohnt solide und umsichtig. Lange war die Stellung völlig ausgeglichen und das Remisangebot des Gegners gerechtfertigt. Doch Thomas lehnte in Anbetracht des Gesamtstandes ab und beschleunigte sein Spiel, um die Zeitnot des Gegners zu forcieren.

Der Gegner hatte sich die ganze Zeit still verhalten, aber in hochgradiger Zeitnot spielte er sehr aktiv im Zentrum. Thomas wich den taktischen Motiven nicht aus, war aber darauf bedacht, die Stellung kompliziert zu halten. Diese Strategie ging auf, denn nur noch mit wenigen Sekunden auf der Uhr unterlief seinem Gegner dann auch der entscheidende Fehler. Dieser Sieg führte zum erstmaligen Ausgleich.

Am Spitzenbrett wurde Uwe Kottke als Weißspieler im Damengambit mit einer recht aggressiven Spielweise von Beginn an konfrontiert. Uwe als solider und starker Positionsspieler bekannt, umschiffte jede Klippe gekonnt, doch sein Gegner ließ nicht locker und opferte bereitwillig einen Bauern im Glauben, dass das Läuferpaar mindestens Kompensation verspricht. Doch Uwe wies mehr als eindrucksvoll nach, dass sein Mehrbauer den Sieg verbürgt. Mit lehrbuchartiger Spielweise verwertete er dieses Vorteil Stück für Stück und brachte mit diesem sicheren und verdienten Sieg die SG Niederelbe erstmalig in Führung.

Nun lag wie schon oft in letzter Zeit alles bei unserem Youngster Timo Sturm. Oft hatte er mit Nerven wie Drahtseile die nötigen Punkte für die Mannschaft geholt. Doch die Situation war dieses Mal ungleich schwerer. Am 4. Brett mit Schwarz hatte Timo von Beginn an Druck gemacht und keinen Zweifel daran gelassen, das er als Sieger das Brett verlassen wollte. Doch sein Gegner hielt gut mit, parierte jede Attacke und setzte dann selber in hochgradiger Zeitnot von Timo die Akzente. Das war auch der Knackpunkt des ganzen Wettkampfes.

Kurz vor der Zeitkontrolle mit wenigen Sekunden agierten beide Spieler in einer offenen Schlacht kompromisslos, aber nicht fehlerfrei. Mit Vollendung des 40. Zuges und absolvierter Zeitkontrolle begutachtete Timo den entstandenen Schaden. Der materielle Vorteil des Gegners war ausreichend, um zu gewinnen. Jeder der Anwesenden hatte sich schon mit dem 4:4 Endstand abgefunden, denn Timo hatte nur noch geringe Schwindelchancen. Doch auch Schach unterliegt den Gesetzen der Psychologie und Nervenstärke hat schon manches Wunder bewirkt.

Und das "Wunder von Buxtehude" geschah. Timo konnte unter Mithilfe seines Gegners die einzige Chance am Schopfe packen und ein schwacher Zug des Gegners reichte, um ein 2-zügiges Selbstmatt zum Einzel- und damit auch zum Mannschaftssieg zu nutzen.

Dieser glückliche Sieg hievt die SG Niederelbe nach dem 2. Spieltag auf den 3. Platz. In 2 Wochen heißt es dann im Heimspiel gegen Leherheide, gegen den Staffelfavoriten zu bestehen. Im letzten Jahr gab es eine klare Niederlage. Dieses Jahr soll das anders werden und die Vorzeichen sind gut, denn wir können das 3. Mal in Folge in Bestbesetzung antreten.

Viele Grüße
Thomas

Schachbrett mit Uhr - SG Niederelbe im Vereinslokal des TSV Germania Cadenberge - Bürgersaal des MarC 5 - Foto: A.Protze, Klick vergrößert.
Notizen am Rande

In der 2. Runde der Verbandliga Nord 2011/12 kam die SG Niederelbe I am Sonntag, dem 06.11.11, bei den SF Buxtehude zu ihrem ersten Erfolg. Mehr dazu von Thomas Cuno links ...

06.10.11 1. Runde 2011/12:

Zum Saisonstart 2011/12 spielte die SG Niederelbe I gegen den SK Verden zu Hause 4:4. Dazu liegt (noch) kein Bericht vor.

 

Links:

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SG Niederelbe II, Kreisliga West

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