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Schach-Spiellokal der SG Niederelbe im Vereinslokal des TSV Germania Cadenberge: Bürgersaal des MarC 5 - Klick auf das Foto vergrößert.
Schach SG Niederelbe
Saison 2009/10 Runde 8
Schach 2009/10 - Runde 8: SG Niederelbe I - Stader SV 5 ½ : 2 ½

Schachbrett mit Feldangaben - Klick vergrößertLiebe Schachfreunde,

der ersten Mannschaft fehlten 4 Spieler, nämlich Thomas Cuno, der momentan sehr gut in Form ist und nicht nur bei den Mannschaftskämpfen gut abschneidet, sondern auch beim Cuxhavener Open einen hervorragenden 2. Platz belegte, Guido Griemsmann, Axel Buck und Detlef Wickert.

Da wir in Abstiegsgefahr waren, mußte die 2. Mannschaft mit Frank Sobottka und Timo Sturm herhalten. Timo ist nun festgespielt. Frank Sturm war sowieso schon festgespielt.

Kurzfristig sagte in unserer Not sogar noch Sönke Schoof zu, der aus Hannover anreiste, wofür wir sehr dankbar sind. Es hat sich jedenfalls gelohnt, alles zu mobilisieren, auch wenn die 2. Mannschaft nun wohl nicht mehr aufsteigen kann, weil sie im entscheidenden Mannschaftskampf, extrem geschwächt durch den Aderlass an die erste Mannschaft, klar verlor.

Als Erster beendete Uwe Kottke am 2. Brett mit einem schnellen Remis im 11. Zug seine Partie. Er lief in eine Remisvariante mit Zugwiederholung rein.

Sehr schnell war auch Dietmar Schade am 3. Brett fertig. Mit einem Gambit überraschte er seinen Gegner, der allerdings erst nach der Eröffnung fehlerhaft spielte. Er ließ sich seine Dame fangen und gab schon im 16. Zug auf.

Auch wenn Frank Sturm an Brett 6 zwischenzeitliche Schwierigkeiten hatte, so hat er momentan wohl die Form seines Lebens. Bis auf ein Remis gewann er alle Partien in der 1. und 2. Mannschaft und beim Cuxhavener Open war er ebenfalls sehr erfolgreich.

Zur Partie: Frank spielte eine sehr interessante, abwechslungsreiche Partie, wo er in der Eröffnung durch aktives Spiel in Vorteil kam. Im 13. Zug machte Frank den ersten kleinen Fehler und im 17. Zug kippte die Partie, weil Frank offensichtlich den unkonventionellen Zug Tb8-b4 nicht sah, was Txg4 drohte und nach f3 folgte e4, was die weiße Stellung aufriss, weil gleichzeitig der Lg7 aktiviert wurde, der mit Ld4+ eine Figur zu gewinnen drohte. Vorerst konnte der Figurenverlust vermieden werden, aber durch einen weiteren taktischen Fehler büßte Frank nun doch eine Figur ein und stand total auf Verlust.

Mit dem Rücken zur Wand versuchte Frank einen letzten taktischen Trick, indem er seinen Läufer auf e5 als Opfer darbot und Schwarz fiel darauf rein. Er nahm den Läufer, wodurch Frank mit seiner Dame ein Schach auf f8 gab, die schwarze Dame gewinnt und den schwarzen König auf die Reise ins Zentrum schickte. Bei genauem Spiel hätte Schwarz noch Remis halten können durch ein erzwungenes Turmopfer. Stattdessen opfert er seinen Läufer und verliert, weil Frank nun die Möglichkeit hat, ein Schach auf c1 zu geben, was beim Turmopfer nicht möglich gewesen wäre.

Einen weiteren Gewinn bescherte uns Sönke Schoof am 5. Brett. Dabei stand er lange ziemlich schlecht und gedrückt. Sein Gegner hatte einen starken Freibauern auf d6. Im 28. Zug hätte Rüdiger Dede vorübergehend die Qualität opfern müssen, stattdessen verliert er seinen Freibauern und im 40. Zug einen weiteren Bauern und gibt gefrustet auf. Dabei war es noch gar nicht klar, ob die 2 Mehrbauern im Doppelspringerendspiel reichen, weil Sönkes König von den weißen Springern gefangen war.

Mit 3,5 aus 4 schien der Mannschaftsgewinn nicht mehr weit, doch zunächst verlor Timo Sturm am 8. Brett. Er stand von Anfang an ein wenig schlechter. Bald hatte er einen isolierten Be4 und einen schlechten Läufer auf d3, während sein Gegner mit Schwarz einen starken Springer auf e5 hatte. Timo verlor im 28. Zug einen Bauern in einem Endspiel mit jeweils Dame und Turm. Oft ist das ja Remis, aber Timo stand recht passiv, weil sein Gegner die einzige offene Linie (die d-Linie) beherrschte und Timo spielte auch nicht optimal weiter. Nach 2 weiteren Bauernverlusten gab Timo auf.

Frank Sobottka am 7. Brett wählte einen sehr soliden Aufbau, verhielt sich aber zu passiv und hatte mit seinem sehr schlechten Läufer zu kämpfen, der von den eigenen Bauern blockiert wurde. Es wurde auf unterschiedlichen Seiten rochiert, aber Frank hatte überhaupt keinen Angriff auf den gegnerischen König, während sein Gegner mit g4 entscheidend angreifen könnte, was er aber nicht tat. Er gewann zwar einen Bauern, aber dafür war Frank seinen schlechten Läufer los. Frank gewann einen Bauern zurück wegen fehlerhaften Spiels seines Gegners und stand kurze Zeit sogar etwas besser.

Nach Fehlern auf beiden Seiten stand Frank schließlich auf Verlust. Frank hatte Springer und 3 Bauern gegen Turm und 2 Bauern. Der Turm hätte einen Bauern gewinnen können, was partieentscheidend gewesen wäre, aber Franks Gegner spielte ziemlich ungenau (überhaupt meine ich festzustellen, dass Endspiele generell relativ schlecht gespielt werden). Frank bietet Remis und sein Gegner nimmt tatsächlich Remis an, wodurch wir nun schon 4 Punkte hatten. Natürlich hätte Franks Gegner weiter versuchen sollen, auf Gewinn zu spielen, denn er stand immer noch besser.

Zu diesem Zeitpunkt stand Arne Joppien klar auf Verlust und ich etwas schlechter, es war also noch spannend.

Arne Joppien spielte am 4. Brett gegen Dirk Hilck, der Caro-Kann spielte, wie Arne selbst gerne eröffnet. Ich dachte noch vor der Partie, dass Arne gegen den Taktiker Hilck Schwierigkeiten haben könnte und so kam es auch. Schon im 6. Zug folgte mit f7-f6 ein typischer Hilck-Zug, positionell zumindest fragwürdig, aber Hauptsache es wird irgendwie unkonventionell, komplex und taktisch. Arne bestrafte den Zug nicht und Hilck kam zu e7-e5. Die Bauern stürmten weiter voran, bis Hilck 2 verbundene Freibauern auf d3 und e4 hatte. Arne musste seinen Läufer für die 2 Bauern geben. Mit den 2 Mehrbauern konnte Arne nichts anfangen, weil er am Königsflügel schon einen Doppelbauern hatte und der eine Mehrbauer am Damenflügel konnte auch nichts anrichten.

Schließlich hatte Hilck einen Läufer mehr und stand klar auf Gewinn, Arne kämpfte aber tapfer weiter und schließlich hat noch niemand durch Aufgeben gewonnen :-). Das Wunder geschah dann nach Arnes 60. Zug. Hilck hatte noch komfortable 2 Minuten für einen Zug, vergaß aber einfach die Zeit. Vielleicht lag es an der digitalen Uhr, die ja geräuschlos ist im Gegensatz zu den mechanischen Uhren und die auch kein Blättchen hat, dass zu fallen droht. Wie es auch sei, Hilck überschritt die Zeit und Arne gewann so glücklich wie noch nie in seiner Schachlaufbahn. Damit hatten wir gewonnen und mein Gegner nahm mein Remisangebot an, doch der Reihe nach.

Am 1. Brett spielte ich (Peter Hertel) wieder eine andere Eröffnung, um Vorbereitungen meines Gegners aus dem Weg zu gehen, doch Lars Buck spielte eine sehr scharfe Variante, in der ich mich überhaupt nicht auskannte. Dementsprechend schlecht stand ich nach der Eröffnung, aber ich ging nicht unter und nach einer Ungenauigkeit meines Gegners stand ich sogar etwas besser mit einem Mehrbauern, der allerdings ein isolierter Doppelbauer war. In leichter Zeitnot spielte ich dann jedoch zu schnell und übersah völlig einen einfachen Turmschwenk meines Gegners auf die offene g-Linie, was man normalerweise in jeder Blitzpartie sieht.

Durch einen weiteren Fehler drang der Turm bis g8 vor. In starker Zeitnot spielte ich ungenau, was mein Gegner aber nicht zum möglichen Gewinn nutzte, weil auch er eine Abtauschvariante ins Bauernendspiel fälschlicherweise, so wie ich, als Remis einschätzte. Danach spielte ich jedoch in starker Zeitnot fehlerlos weiter und fand teilweise einzige Züge, die nicht sofort verlieren, während Lars Buck ungenau spielte und seine gute Stellung zum remislichen Turmendspiel verdarb. Nach dem 60. Zug bot ich in klarer Remisstellung Remis, was mein Gegner jedoch erst annahm, nachdem Arne auf wundersame Weise gewann und der Mannschaftskampf für uns sowieso gewonnen war.

Die Tabellensituation sieht für uns nun deutlich erfreulicher aus. Durch den hohen Sieg haben wir sogar Stade mit einem halben Brettpunkt Vorsprung hinter uns gelassen. Ich gehe davon aus, dass 2 Mannschaften absteigen. Klar ist, dass Uelzen absteigt. Gegen Bremen Nord reicht dann auf jeden Fall ein 4:4. Gegenüber Wilhelmshaven haben wir 7,5 Brettpunkte Vorsprung. Falls Wilhelmshaven gegen Werder Bremen gewinnt, reicht uns ein Unentschieden trotzdem, weil Werder dann hinter uns ist. Nur wenn wir verlieren können wir noch absteigen.

Vielen Dank noch mal an die 2. Mannschaft und ganz besonders an Sönke, der uns in der Not geholfen hat. Jetzt gilt es noch, ein 4:4 gegen Bremen Nord zu erspielen.

1.) Hertel 0,5
2.) Kottke 0,5
3.) Schade 1
4.) Joppien 1
5.) Prof. Schoof 1
6.) Sturm, Frank 1
7.) Sobottka, Frank 0,5
8.) Sturm, Timo 0

Beste Grüße und bis demnächst

Peter Hertel

Notizen am Rande

Die 8. und vorletzte Schach-Runde der Saison 2009/10 am Sonntag, dem 11.04.2010, brachte für die SG Niederelbe gemischte Resultate.

Wichtigstes Ergebnis war der klare Sieg der 1. Mannschaft im Abstiegskampf gegen Stade, der leider zu Lasten der Zweiten ging, die personell aushalf und dadurch ihre Spitzenposition verlor. Die 3. Mannschaft erspielte einmal mehr ein freundschaftliches Remis und rangiert in der Kreisliga auf einem guten Mittelfeldplatz.

Die Ergebnisse:

Landesliga Nord:
(7.) SG Niederelbe I - (8.) Stader SV 5 ½ : 2 ½

mit ausführlicher Spielanalyse von Peter Hertel links ...

Bezirksliga:
(2.) SG Niederelbe II - (1.) SC Sottrum I 2 : 6

Kreisliga West:
(4.) SK Cuxhaven - (5.) SG Niederelbe III 4 : 4

 

Links:

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