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Schach 2009/10, Runde 3: SG Niederelbe I - Turm Lüneburg 3 : 5
Liebe Schachfreunde,
mit Lüneburg spielten wir wieder gegen eine der stärksten Mannschaften in der Landesliga. Obwohl die Lüneburger ersatzgeschwächt anreisten, waren sie trotzdem leicht favorisiert. Wir spielten zwar auch mit Ersatzspielern, hatten aber mit Frank und Timo Sturm zwei sehr gute Spieler aus der 2. Mannschaft und beide konnten als einzige ihre Partien gewinnen.
Sehr schnell einigte sich Axel Buck am 6. Brett nach nur 11 Zügen auf Remis.
Am 5. Brett kam Guido Griemsmann nach der Eröffnung in leichten Nachteil. Als sein Gegner jedoch nicht genau genug spielte, gelang es Guido kurzzeitig auszugleichen, bis ihm ein taktischer Fehler unterlief, den sein Gegner mit einer hübschen Kombination nutzte.
Dies hätte ihm bei besten Spiel von Guido nur einen Bauern in einem Turmendspiel einbringen sollen, was wahrscheinlich Remis ist. Jedoch folgte nur 3 Züge später der nächste taktische Fehler, wodurch Guido einen weiteren Bauern verlor. In dieser unerfreulichen Situation kämpfte Guido noch über 30 Züge lang weiter, bis er aufgab.
Die anderen 6 Partien wurden etwa innerhalb eines Zeitraums von 15 Minuten von ungefähr 14.00 Uhr bis 14.15 Uhr beendet:
Bei Frank Sturm am 7. Brett entstand eine Situation mit allen Schwerfiguren und ungleichfarbigen Läufern. Statt auf der d-Linie die Türme zu verdoppeln, spielte Franks Gegner Kh1, dessen Sinn sich mir nicht erschließt. Ein weiterer Fehler folgt, indem Weiß alle seine Bauern auf die weißfeldrigen Felder stellt, obwohl er einen weißfeldrigen Läufer hat. Dies kann man meistens bei einem reinen ungleichfarbigen Läuferendspiel machen, aber selten dann, wenn noch alle Schwerfiguren auf dem Brett sind, weil es den eigenen Läufer einschränkt und den gegnerischen Läufer beflügelt und genau so kam es auch.
Franks Gegner musste einen Bauern mittels g2-g3 opfern, um die Drohung Dh2+ zu verhindern. Danach hatte er immer noch Remis-Chancen, weil nun die Damen getauscht wurden, doch im 37. Zug geschah ein taktischer Fehler, weil die 2. Reihe nicht gedeckt wurde. Danach konnte Frank die Stellung mit f7-f5 öffnen und den Be4 erobern, denn dieser durfte nicht auf f5 nehmen wegen Te2 mit Schach und Läufergewinn auf c2. Nach 2 weiteren Zügen konnte Frank einen Punkt für sich und einen Brettpunkt für die Mannschaft verbuchen.
Dietmar Schade an Brett 3 spielte mit Schwarz seine spezielle Eröffnung. Sein Gegner behandelte die Eröffnung sehr gut - vielleicht hatte er sich vorbereitet. Jedenfalls bekam er leichten Vorteil, der aber im 27. Zug wieder verloren ging, weil er ein sensationelles Springeropfer auf b5 nicht sah. Das hätte selbst ein Großmeister übersehen können. Offensichtlich waren beide in Zeitnot, denn Krumböhmer übersah bald danach ein relativ leichtes Läuferopfer Dietmars. Leider überschritt Dietmar nur einen Zug nach dem Läuferopfer in klar gewonnener Stellung die Zeit.
Uwe Kottke an Brett 2 zeigte sich gegen den starken Nachwuchsspieler Till Schreiner gut vorbereitet, indem er mit Weiß eine gute Nebenvariante im Königsinder spielte. Danach mußte Schreiner lange nachdenken. Es entsteht eine extrem scharfe Partie, wie es im klassischen Königsinder manchmal vorkommt. Selbst die Computer blicken da (zumindest bei kurzer Analyse) nicht richtig durch.
Im 20. Zug übersieht Uwe einen relative einfache Kombination mittels Sb6, wodurch er einen Turm gewinnt, aber es ist unklar, ob das der beste Zug ist, denn Schwarz hat danach möglicherweise doch mehr Angriffsressourcen, als in der nachträglichen Analyse zwischen Uwe und Dietmar vermutet wurde. Es folgen von beiden Seiten einige Fehler, was angesichts der besonders taktischen Stellung verständlich ist. In der Schlussstellung im 36. Zug hat Schreiner wegen seines besser stehenden Turms einiges an Vorteil, aber trotzdem Remis gegeben - vielleicht wegen Zeitnot?
Arne Joppien an Brett 4 kam nach der Eröffnung in Vorteil, aber im 17. Zug fasst er einen falschen Plan, indem er f3 spielt, um e2-e4 durchzudrücken. Besser wäre gewesen, seinen Springer dort stark zu platzieren, um den schwarzen Bg5 anzugreifen. Im 19. Zug bietet Arnes Gegner in ausgeglichener Stellung Remis und einen Zug später öffnet Arne die Stellung, statt sie besser geschlossen zu halten.
Kurz darauf verliert Arne seinen Bd4, was aber noch gar nicht so schlimm ist. Nun hätte er besser Kh1 gespielt mit leichten Nachteil. Stattdessen tauscht Arne auf d4 und Schwarz nimmt mit Schach auf d4 wieder, wonach die Stellung wegen des starken schwarzen d-Freibauern für Arne verloren ist. Einige Züge später gibt Arne auf.
Unser starker Nachwuchsspieler Timo Sturm spielte am 8. Brett gegen den erfahrenen Peter Raasch. Gegen ihn muss man aufpassen, weil er so manchen taktischen Trick auf Lager hat, aber Timo war auf der Hut und spielte eine fehlerlose Partie. Alle Achtung! Peter Raasch machte nur einen Fehler, und der wurde von Timo sofort genutzt. Timo konnte danach seinen Mehrbauern zur Geltung bringen und hatte obendrein die bessere Stellung. Sein Gegner gab bald auf.
Detlef Rehbein spielte gegen mich (Peter Hertel) an Brett 1 wieder 1.b3 und opferte sehr schnell einen Bauern. Diesen hätte ich bei leichten Vorteil halten sollen, statt ihn ängstlich zurückzugeben, denn ich nahm an, dass ich in eine Vorbereitung gelaufen bin, weil mein Gegner sehr schnell spielte. Das war aber gar nicht der Fall. Mein Gegner war stark erkältet und hatte zum Schluss der Partie starke Kopfschmerzen. Er spielte deshalb locker drauf los.
In einer recht komplizierten Partie gewann ich durch eine hübsche Kombination wieder einen Bauern, aber Rehbein hatte dafür Kompensation, die ich überschätzte und eigene Möglichkeiten mit leichten Vorteil in der allmählich aufkommenden Zeitnot übersah. Die 2 entscheidenden Fehler machte ich dann auch in stärkerer Zeitnot. Meine Königsstellung wurde zertrümmert und ich gab einige Züge später kurz vor dem Matt auf.
Wieder hatten wir unsere Möglichkeiten. Besonders die Zeitüberschreitung von Dietmar in klar gewonnener Stellung war schlimm. Nun sind wir mit 0:6 Mannschaftspunkten Vorletzter. Es spricht für uns, dass wir immer unsere Chancen hatten, aber leider nicht nutzen konnten. Es spricht ebenfalls für uns, dass wir gegen 3 der momentan 4 führenden Mannschaften schon gespielt haben. Am 13.12. spielen wir gegen Emden, den Fünften der Tabelle. Auch da haben wir Chancen. Vielleicht können wir sie endlich mal nutzen, sonst wird es langsam eng. Wir müssen mal punkten.
1.) Hertel 0 2.) Kottke 0,5 3.) Schade 0 4.) Joppien 0 5.) Griemsmann 0 6.) Buck 0,5 7.) Sturm, Frank 1 8.) Sturm, Timo 1
Peter Hertel
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