durch Klick auf das Logo zur Startseite der Tischtennis-Homepage

Copyright:

Logo2 in Gold der Internet-Agentur Andreas Protze

Internet-Service
Andreas Protze

Almabtrieb
Saisonabschluss 2006
Radsport-Bannergrafik
Radsport - Das Saisonfinale: Almabtrieb der Radgemeinschaft Kiel am 8. Oktober 2006

Ein etwas merkwürdig anmutender Name für eine RadTourenFahrt (RTF) war das schon, der aber auch neugierig machte. So wie das Vieh im Herbst von den Almen in den Stall geholt wird, wurde auch für die Radsportler mit dieser Veranstaltung die Saison beendet. Es gab aber noch eine weitere Parallele zum wirklichen Almabtrieb, nämlich das durchweg sehr hügelige Streckenprofil.

In für uns ungewöhnlich vielzähliger Besetzung nutzten wir noch einmal die Möglichkeit, in diesem Jahr eine RTF zu fahren. Die Autofahrt nach Kiel verhieß wenig Gutes. Es bewölkte sich immer stärker und begann dann ordentlich zu regnen, der Wind wehte kräftig, kühl war es auch – eben Herbst. Nach unseren Startvorbereitungen rollten wir an den Start, doch war das Hauptfeld kurz zuvor pünktlich um 9 Uhr bereits abgefahren.

Schon nach wenigen Kilometern sahen wir die ersten Fahrer am Wegesrand mit Plattfuß. Es war einfach unglaublich – es waren in der Folge bis zur ersten Verpflegung wohl an die 30 Plattfüße auf nicht einmal 25 Kilometern, die wir beobachteten. Solange es einen selbst nicht trifft, ist das nicht so schlimm. Martins Ruf ‚Platten’ bremste uns dann erstmalig aus. Nachdem im Hinterrad ein neuer Schlauch eingezogen war, sollte es zügig weitergehen, aber bereits nach kurzer Strecke erneut der Ruf. Jetzt hatte es Stefan erwischt, allerdings am Vorderrad. Wieder wurde ein Schlauch gewechselt und die Fahrt dann fortgesetzt.

Den dritten Ruf‚ Platten’ hielten wir zunächst für einen üblen Scherz, aber Martin hatte es erneut, diesmal am Vorderrad erwischt. Wir waren froh über einen Materialwagen, der die Strecke abfuhr und uns Hilfe in Form einer Decke und eines Schlauchs zukommen ließ. Er hatte an diesem Sonntag wirklich alle Hände voll zu tun. Mehr als einen Reserveschlauch hatte niemand bei sich und heute waren sie wirklich sehr begehrt. Durch landwirtschaftliche Fahrzeuge waren die kleinen, verkehrsarmen Straßen, über die die Strecke führte, sehr stark verschmutzt, dadurch lagen offenbar massenhaft kleine Steinchen auf der Fahrbahn, die durch die Feuchtigkeit geradezu an den Reifen klebten und eingedrückt wurden. Da half auch der hohe Luftdruck der Rennräder nicht mehr.

Dann gab es die erste Kontrolle und Verpflegung an einer ehemaligen Dorfschule, die sehr gut organisiert und bestückt war. Wir hatten auf dem ersten Streckenabschnitt unseren Rhythmus durch die Unterbrechungen noch nicht recht gefunden.

Aber dann fuhren wir die nächste Schleife (die 111-km-Tour führte in drei Schleifen immer wieder zum Depot) und Martin fuhr plötzlich -und dies bis zum Schluss- wie entfesselt. Damit jeder seinen Rhythmus fahren konnte, teilte sich unsere Gruppe weiter auf. Im dritten Abschnitt nach der zweiten Verpflegung am Depot ging es immer stärker die Hügel in schneller Folge herauf, der Windwiderstand musste noch dazu überwunden werden, was zusätzlich Kraft kostete. Martin und ich setzten uns in diesem Abschnitt ab. Wir sammelten noch einen weiteren Einzelfahrer auf, der mit uns fuhr und auch gut vorn mitarbeitete. Er hatte bereits 60 Kilometer Alleinfahrt in den Beinen.

Bei KM 80 merkte ich, dass ich bei weiter anhaltenden Bergauffahrten Probleme bekommen würde und war froh, bis zur letzten Kontrolle bei KM 90 mitgehen zu können. Hier benötigte ich eine Verpflegungs- und Verschnaufpause, Martin wollte sogar durchfahren, was für mich aber nicht realistisch gewesen wäre. Der Rest unserer Gruppe traf dann auch nach und nach am Depot ein und wir fuhren gemeinsam los, um den letzten Streckenabschnitt bis zum Ziel anzugehen. Reiner Grantz startete hier seinen Angriff zum großen Finale und versuchte sich bergauffahrend als erfahrenster Kletterer abzusetzen.

Anfangs gelang es ihm nicht, Martin und ich konnten folgen, doch ich spürte schon bald, dass ich dieses Tempo unmöglich mit weiterhin kurz aufeinander folgenden Steigungen fahren konnte und ließ deshalb abreißen. Martin griff weiter an und lieferte sich ein kämpferisches Finish mit Reiner, das er sprintend kurz vor dem Ziel für sich entscheiden konnte.

Aber darauf kommt es bei Radtourenfahrten nicht an. Wichtig ist, dass jeder in seinem Tempo eine Streckenlänge seiner Wahl fahren kann. Manchmal kommt dann aber doch einmal etwas Wettkampfeifer auf. Im Ziel konnten wir nach dem Duschen in der Sporthalle essen und trinken und so die Tour ausklingen lassen. Glück hatten wir, dass es kaum regnete und die Straßen im Verlauf der Fahrt einigermaßen abgetrocknet sind. Es waren zwar etwas härtere Bedingungen, doch war der ‚Almabtrieb’ für alle ein gelungener Saisonabschluss im RadTourenFahren.

Rainer Strunck 

ALMABTRIEB 2006
Stefan Woltmann , Martin Meiert - Klick vergrößert

Fahrt im Auto mit Stefan Woltmann (li.) und Martin Meiert

RTF-Fahrer des TSV Germania Cadenberge beim Almabtrieb in Kiel 8.10.06 - Klick vergrößert

v.l.n.r.: Klaus Strunck, Stefan Woltmann, Rainer Strunck, Martin Meiert, Reiner Grantz

Martin Meiert, Rainer Strunck - Klick vergrößert

Martin Meiert (li.) und Rainer Strunck während der Autofahrt

Fotos: Radsport-Abteilung

Klick vergrößert

nach oben