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Radsport-Tour Dithmarschen
Radsport-Bannergrafik
Eine gelungene Runde durch Dithmarschen:

Die “Kalle-Bäcker-RTF” des ABC Wesseln am 16. Juli 2006

Offenbar haben es die Radsportvereine in Schleswig-Holstein drauf: Nach der Spitzen-RTF (Radtourenfahrt) in Bad Oldesloe erlebten wir in Wesseln bei Heide erneut eine tolle Radsportveranstaltung. Das kleine Dorf Wesseln ist im Radsport ganz groß, denn dort gibt es seit fast 25 Jahren die Radsportsparte des ABC Wesseln. Ihre Fahrer haben langjährig im Amateurrennsport und im Radmarathon hervorragende Leistungen vorzuweisen und richteten selbst viele Rennen aus.

Mein Bruder Klaus und ich entschlossen uns, den Weg über die Elbe anzutreten und dort die KALLE-Bäcker-RTF zu fahren. Klaus nutzte die RTF als Intensivtraining für seine Teilnahme an den VATTENFALL-CYCLASSIC in Hamburg.
Vor dem Start in Wesseln/Heide

Startfoto 1 zur Kalle Bäcker-Tour 2006

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Was hat es aber mit dem Namen dieser Radsportveranstaltung auf sich? Eine Frage, die auch wir uns natürlich stellten. Bereits bei der Ankunft an der Schule in Wesseln konnte sie geklärt werden, denn ‚Kalle-Bäcker’ war persönlich beim Start anwesend. Natürlich stilecht mit einem Bäckerfahrrad, den Korb voller leckerer Backwaren. Es handelte sich um den Hauptsponsor des Vereins, eine Bäckerei aus Marne, die auch an den drei Verpflegungstationen für wirklich vielfältige und schmackhafte Backwaren sorgte.

Dank Internet-Voranmeldung und Vorabüberweisung des Startgelds gab es für uns keine Wartezeiten. Wir holten unsere Startnummern ab und waren schnell startklar. Vor dem Start gab es noch einige wichtige Hinweise vom Veranstalter und die Bitte, sich möglichst an die Regeln der Straßenverkehrsordnung zu halten, da es immer schwieriger für den ausrichtenden Verein werde, diese Veranstaltung behördlich genehmigt zu bekommen.

Nach dem Start rollten wir uns erst einmal ein. Bereits nach kurzer Zeit bildeten sich Gruppen von Fahrern, die gleiche Geschwindigkeiten fuhren. Die ganz schnellen sind auch immer schnell weg, und man sieht sie meist erst im Ziel wieder.

Der Bandwurm von Fahrern, der sich hinter uns gebildet hatte, erwies sich als eine sehr harmonische Gruppe. Viele von ihnen waren bereit, sich an der Führungsarbeit zu beteiligen, und auch die Wechsel klappten gut. Oftmals hängen sich viele Fahrer nur hinten rein und arbeiten nicht mit. Sie profitieren dann zwar vom Windschatten der Vorausfahrenden, tragen aber selbst nichts zum schnellen Vorankommen bei.

Die erste Verpflegungsstation war bereits nach 27 KM mitten am Marktplatz des schönen Städtchens MELDORF erreicht. Mit einigen Kilometern Kopfsteinpflaster (auf dem Rennrad mit hohem Reifendruck eine heftige Schüttelei) gab es hier auch noch etwas Paris-Roubaix-Feeling. Weiter ging es nach MARNE, wo bei Kilometer 48 die Kalle-Bäckerei angefahren wurde. Danach dauerte es dann aber eine ganze Weile, bis die dritte Verpflegungsstation erreicht wurde.

Nachdem wir zuvor vorwiegend durch Marschland und danach auch Moor gefahren waren, ging es jetzt plötzlich zu Sache. Bei Kilometer 70 musste der Stubbenberg bei Buchholz überwunden werden. Hier wurde unsere Gruppe, die bis dahin sehr gut gelaufen war, erstmals merklich kleiner. Viele konnten unser Tempo am Anstieg nicht mitgehen. Doch das – im wahrsten Sinne des Wortes - Highlight sollte noch kommen.

Keine vier Kilometer später musste in BURG der Hamberg erklommen werden. Hier gab es einen recht langen und steilen Anstieg zu bewältigen. Da ich vorn fuhr und versuchte, nicht unter 25 km/h abzufallen, was sich als gar nicht so leicht erwies, sah ich nicht nach hinten. Nach der schnellen Abfahrt mit über 50 km/h blickte ich mich um – und da waren wir nur noch drei Fahrer.
Bäcker-Tour

Startfoto 2 zur Kalle Bäcker-Tour 2006

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Neben Klaus ging nur noch ein Fahrer mit, der gemeinsam bis zum Ziel sehr gut mit uns zusammenarbeitete. Jetzt verschärften wir das Tempo, fuhren zwischen 36 und 38 km/h. Vielleicht half es uns, dass wir es vom Training gewohnt sind, mit nur wenigen Mitstreitern zu fahren und jeder so meistens mehr Führungsarbeit verrichten muss.

Der unbekannte Gefährte war sogar Einzelfahrer, fuhr meistens allein, was seine gute Ausdauer bei hohen Geschwindigkeiten erklärte. Erst nach fast 95 gefahrenen Kilometern gab es erneut in Meldorf wieder eine Verpflegung. Die Mittagsglocken des Doms läuteten gerade, als wir über den Marktplatz rollten. Wir kamen genau zur rechten Zeit für eine Kurzmahlzeit.

Das Schlussstück von gut 20 Kilometern fuhren wir weiterhin zu dritt und brachen auch hier nicht ein, so dass am Ende eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 32 km/h für die gefahrenen 122 Kilometer herauskam. Im Ziel, der Schule in Wesseln, gab es dann zur Belohnung für die Anstrengungen ein überaus reichhaltiges Kuchen- und Speisenangebot.

Es war mit etwa 300 Startern, wovon viele bereits am frühen Morgen zu einem RADMARATHON von 220 Km Länge gestartet waren, eine überschaubare Veranstaltung. Uns gefiel die ruhige Atmosphäre der RTF. Weder beim Start/Ziel noch auf der Strecke gab es die ‚wilden Heizer’ und oft übliches hektisches Gedrängel. Das herrliche Sommerwetter machte die Tour zudem angenehm, an der holsteinischen Westküste auch nicht immer üblich.

Eine wirklich nette Geste der Wesselner Radsportler erfuhr ich, als ich bemerkte, dass ich meinen Duschbeutel, in dem sich auch meine Vereinsradhose befand, in der Schule vergessen hatte. Da überquerten wir aber bereits wieder die Elbe. Ein Anruf in Wesseln , und sofort erhielt ich die Zusage, dass man mir die Sachen per Post zuschicken würde. Bereits am Dienstag erhielt ich das Päckchen mit meinen Sachen. So kann ich auch zu Haus wieder in den markanten gelb-schwarzen Farben unserer Radsportgruppe meine Runden drehen.

Rainer Strunck

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