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Andreas Protze

1. Herren Fußball 2008/09
Freundschaftsspiele Seite 2
Fußball 1. Herren: Bezirksoberligist siegte mühelos

TSV Germania Cadenberge - Rot-Weiss Cuxhaven 1:5 (0:2)
Freitag, 06.02.09, 19:30 Uhr. Freundschaftsspiel. BoL-Schiri: Ralf von Oehsen, SV Spieka.
Sophienparksportplatz, Alter Postweg, 21781 Cadenberge, 70 Zuschauer.

07.02.2009 (ap) Der Bezirksoberliga-Tabellenführer aus Cuxhaven trat fast in Bestbesetzung an, während die Germanen auf eine ganze Reihe Stammspieler verzichten mussten, die beim ersten Testspiel der Rückrunde nicht dabei sein konnten. So umfasste ihr knappes Aufgebot zunächst nur 12 Spieler. Nach der Pause stieß noch Sascha Tollkühn hinzu, der seine Spätschicht frühzeitig beenden musste.

Die erste dicke Torchance verzeichneten die Gastgeber in der 2. Minute. René Steffen setzte sich auf dem linken Flügel geschickt gegen zwei Cuxhavener durch, doch sein Schuss aus spitzem Winkel ging am rechten Pfosten vorbei ins Aus.

Fünf Minuten später erzielten die Rot-Weißen dann ihr erstes Tor durch Michel Bello-Perez, der einen Kopfball aus kurzer Entfernung in die untere rechte Torecke setzte - 0:1. In der 10. Minute konnte Cadenberges Torwart Patrick Hackmann zum ersten Mal glänzend parieren. Einen trockenen Schuss aus rund 12 Metern wehrte er reflexartig mit dem linken Arm ab.

Rot-Weiss dominierte

Fußball-Freundschaftsspiel: Germania Cadenberge - Rot-Weiss Cuxhaven 1:5 am 6.2.09 - Moritz Peckmann gegen Matti Allers - Klick auf das Foto vergrößert.

Cadenberges Matti Allers (re.) kommt nicht an den Ball, der von Moritz Peckmann (Nr. 8) gut abgeschirmt wird. Klick vergrößert.


In den ersten 30 Minuten zeigten beide Mannschaften ein flottes Spiel, dessen Akzente nur die Gäste bestimmten. Läuferisch sehr stark, kombinierten sie schnell und ballsicher, auch wenn bei ihnen nicht jeder Schuss saß. Cadenberge stellte sich mit zunehmender Dauer abwehrmäßig immer besser auf die rote Offensive ein, konnte nach vorne hin aber kaum Impulse setzen.

Glück - Pech - Unvermögen - wie man’s nimmt: Der stramme Schuss des auffallend stark spielenden Cuxhaveners Philipp Schlüter landete in der 14. Minute nur am rechten Pfosten. Den Abpraller drückte Stefan Winkler dann aus 8 Metern über die Latte.

Ebenso wie Schlüter glänzte auch Moritz Peckmann in der 20. Minute mit einem knallharten Flachschuss aus zentraler Position. Danach zeigte Schlüter zwei weitere satte Torschüsse, aber Patrick Hackmann im Germanentor war zunächst auf dem Posten.

Nach den fruchtlosen Versuchen durch die Mitte brachte ein Vorstoß in der 27. Minute über den linken Flügel den Rot-Weissen mehr Erfolg. Der Rückpass von der Grundlinie kam zu Andree Woelm, der sicher zum 0:2 verwandelte.

Die Gewichte war nun eindeutig verteilt. Cuxhaven stürmte, traf aber bis zur Pause nicht mehr, und die Germanen leisteten Schwerarbeit in der Defensive, weil ihnen nichts anderes übrig blieb. Das aber taten sie gut.

Beinahe hätten sie dann auch noch getroffen. Als die Cuxhavener gedanklich wohl schon in der Kabine waren, tankte sich Tobias Steffens gegen zwei ihrer Verteidiger auf der linken Seite durch und flankte schön in die Mitte, wo Thomas Peycke die dicke Torchance frei vor dem gegnerischen Keeper ausließ.

Ja, “Boller” ist wieder dabei und wird es wohl auch bleiben angesichts des momentanen personellen Engpasses bei Germania. Spielerisch kann er jederzeit mithalten und wird wohl als willkommene Alternative zu Patrick Mentz, der jetzt beim Bund ist, oder Dennis Sander, den der Meniskus plagt, wieder im Sturm für Tore sorgen. Nur 0:2 zur Pause - das ging ja noch.

Die Cuxhavener wechselten nach der Halbzeit 3 Spieler ein: Blaz Cavar, Dennis Kreth und Dennis Thermer kamen für Oliver Stepniak, Michel Bello-Perez und Andree Woelm. Doch so richtig auf Touren kamen die Gäste erst wieder nach einem Elfmeter, den sie erhielten, als einem ihrer Stürmer im Strafraum von hinten in die Hacken getreten wurde. Blaz Cavar durfte ihn in der 59. Minute schießen, und er traf scharf flach unten links zum 0:3.

In der 60. Minute konnte sich René Steffen, der vielfach zu hektisch agierte, auf dem rechten Flügel durchsetzen und Tobias Steffens an der Torraumlinie bedienen. Dessen Schuss ging zwar aus nächster Nähe drüber, hätte aber sowieso nichts eingebracht, weil der Linienrichter auch noch Abseits winkte. So viel Pech!

Volle Kontrolle

Fußball-Freundschaftsspiel: Germania Cadenberge - Rot-Weiss Cuxhaven 1:5 am 6.2.09 - Dennis Kreth bei der Ballannahme - Klick auf das Foto vergrößert.

Cuxhavens Dennis Kreth mit guter Ballannahme im Sprung. Klick aufs Bild vergrößert.


Rot-Weiss bestimmte weiter das Geschehen, bekleckerte sich aber bei etlichen guten Torgelegenheiten nicht mit Ruhm, was auch mit am überragenden Cadenberger Keeper, Patrick Hackmann, lag. Bei einem der wenigen gelungenen Konter kamen die Germanen dann in der 66. Minute zum Ehrentor. Diesmal war es Tobias Steffens, der mit schönem Dribbling die rechte Vorarbeit leistete. Sascha Tollkühn war zur Stelle und traf flach in die linke Ecke zum 1:3.

Die Freude über die Resultatsverkürzung währte aber nur eine Minute. Nach einem Cadenberger Abspielfehler in Strafraumnähe schnappte sich der wieselflinke Cuxhavener Bruno Da Silva-Oliveira die Kugel, ging bis zur Torauslinie durch, zirkelte den Ball auf den langen Pfosten zu Stefan Winkler, der das Leder volley zum 1:4 in den linken oberen Winkel drosch.

In der 70. Minute vergab der Rot-Weisse Philipp Schlüter eine 100-prozentige Möglichkeit nach guter Vorarbeit von Marcus Richter. In den nächsten 15 Minuten prägten dann Missverständnisse und Leerlauf das Geschehen auf beiden Seiten. Cadenberges Abwehr spielte sehr engagiert und konnte die Mehrzahl der Cuxhavener Angriffszüge erfolgreich stören.

Nur noch einmal musste Germanias Torwart Hackmann, der beim Gastgeber die beste Leistung zeigte, hinter sich greifen. Das wohl am schönsten herausgespielte Tor gelang den Gästen nach einer Doppelpass-Kombination mit anschließender Flanke unter Beteiligung von Marcus Richter und Blaz Cavar, der in der 85. Minute per Kopf den 1:5-Endstand erzielte.

Cadenberge hielt sich als Kreisligist gegen die zwei Klassen höher spielenden Cuxhavener nicht schlecht und wusste besonders in der Abwehrarbeit zu gefallen. Die Gäste aus Cuxhaven zeigten schnellen, Raum greifenden und technisch versierten Fußball, der schön anzusehen war, im Abschluss aber noch verbesserungswürdig schien. Aber darüber werden sich die Germanen sicher nicht beklagen.

Germania Cadenberge: Patrick Hackmann (Tor), Domenic Karberg, Thorben Bornhöft, Patrick Schmarje, Kevin Meyer, Marco Elbrandt, Matti Allers, Torben Kwiatkowski, Thomas Peycke, Tobias Steffens (M), René Steffen; Sascha Tollkühn, Dennis von Rüsten.

Rot-Weiss Cuxhaven: Lars Hennig (Tor), Kim-Peter Knoetsch, Oliver Stepniak, Philipp Schlüter, Sergio Gonzales-Mendez (M), Michel Bello-Perez, Moritz Peckmann, Bruno Da Silva-Oliveira, Marcus Richter, Stefan Winkler, Andree Woelm; Blaz Cavar, Dennis Thermer, Dennis Kreth.

Trainerstimmen:

Carsten Huning
(Rot-Weiss Cuxhaven): ”Für unser erstes Spiel ist das soweit in Ordnung. Es lief noch nicht alles so, wie man sich das vorstellt, aber das war schon von der Laufbereitschaft her in Ordnung. Eigentlich wollen wir noch mehr über die Flügel spielen.

Aber gerade gegen Mannschaften, die jetzt kompakt hinten drin stehen, so wie heute der Gegner auch, gibt es auch viele in den Punktspielen, die defensiv spielen. Da ist es unsere Spielweise, viel über die Flügel zu gehen. Das wird auch immer wieder im Training einstudiert, weil Bälle, die durch die Mitte gehen, zu schnell zurückkommen.

Über den Flügel haben wir auch gleich wieder die Möglichkeit zuzustellen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist ein Einwurf gegen uns. Der tut uns aber nicht weh. In der Mitte läuft man viel zu sehr Gefahr, Konter zu kriegen.

Die Chancenverwertung kann sicherlich noch besser werden. Da waren zwei, drei Chancen dabei, wo ich sage: ‘Die muss man machen’, aber dafür war der Unterschied zwischen beiden Mannschaften zu deutlich. Da haben die Spieler das, denke ich mal, ein bisschen lockerer genommen.

Wir hatten heute weitestgehend die komplette Mannschaft dabei. Bis auf unseren Stürmer Ahmet Karaca, der noch verletzt ist, momentan Lauftraining macht und zur ersten Formation gehört. Und Torhüter Hannes Krüger war auch nicht dabei. Ansonsten waren es diejenigen, die sonst auch spielen.”

Jens Riedel (Germania Cadenberge): ”Für unser erstes Spiel heute, denke ich mal, war das ganz ok. Ich hab vorher gesagt: ‘Alles, was so mit vier, fünf Toren Unterschied ist, damit kann ich leben.’ 1:5 ist ok. Blamabel wäre es gewesen, wenn wir mit acht, neun Toren verlieren. So war es heute eine gute Trainingseinheit. Wichtig war, nicht hoch zu verlieren und dass sich die Leute bewegen. Das haben sie auch ganz gut hingekriegt.

Bei Rot-Weiss überwiegt das Spiel ohne Ball mit möglichst ein, zwei Ballkontakten. Sie suchen nicht die 1:1-Situationen, sondern lassen die Kugel laufen, hinterlaufen und spielen Doppelpass, und das alles im Höchsttempo. Das konnte man schon merken. Es sind halt zwei Klassen Unterschied, das haben wir auch voll erwartet.

Wir mussten halt dagegenhalten, durften nicht den Kopf hängen lassen, wenn man mal drei, vier Tore kriegt, sondern uns sagen: ‘Komm, es geht weiter’, und das haben wir ganz gut hinbekommen. Da müssen wir durch. Dass sie besser sind, weiß man, aber aus solchen Spielen kann man lernen. Grade für unsere jungen Spieler, dass sie sehen, wie flott das gehen kann, wie muss ich laufen, wie muss ich mich hinstellen, wie bewegen sie sich. Das ist ein Lernprozess, den wir in so einem Spiel durchlaufen.

Im Großen und Ganzen hatte ich es heute schlimmer erwartet, weil wir ganz schlecht trainiert haben, einmal von den Platzverhältnissen her, andererseits auch, weil viele Leute nicht da sind. Deswegen war das heutige Spiel gut. Morgen haben wir noch einen Spinning-Kurs. Sonntag spielen wir in Apensen.

Oliveira gegen Meyer

Fußball-Freundschaftsspiel: Germania Cadenberge - Rot-Weiss Cuxhaven 1:5 am 6.2.09 - Bruno Da Silva-Oliveira gegen Kevin Meyer - Klick auf das Foto vergrößert.

Interessante Zweikämpfe lieferten sich Cuxhavens Bruno Da Silva-Oliveira (li.) und Cadenberges Youngster Kevin Meyer (Mitte), der sich mit zunehmender Spieldauer immer mehr steigerte und die Bilanz offen hielt. Klick vergrößert.

Ja, gut. Wir laufen jetzt so ein bisschen auf dem Zahnfleisch: Mentz nicht da, Riedel nicht da, Philipp Stangneth nicht da, Dennis Sander verletzt. So hatten wir nur einem Mann draußen. Sascha Tollkühn musste von seiner Spätschicht eher weggehen, damit er hier noch eine Halbzeit spielen konnte. Das sieht im Moment nicht besser aus. Zur Not müssen wir noch welche von der Zweiten holen.

Aber da müssen wir jetzt durch. Es ist nicht immer nur ‘Friede, Freude, Eierkuchen’, wie es von außen vielleicht aussieht. Man hat hier ganz schön zu kämpfen, dass man die Leute bei der Stange hat. Deshalb machen wir auch viele Freundschaftsspiele. Dann habe ich die meisten Leute da. Wenn heute Training gewesen wäre, wären wir wohl nur mit acht Mann hier rumgelaufen. Für den Spieler ist es besser, ein Spiel zu haben, als nur zu trainieren. Das sehe ich nicht so wild.

Die Cuxhavener haben natürlich auch Ausnahmespieler dabei, so wie Sergio Gonzales z.B. Da braucht man gar nicht draufgehen, weil sowieso alles Hand und Fuß hat, was er macht. Von uns haben einige zu überhastet gespielt bei Konterchancen. Aber solche Spiele sind Lernprozesse. Es hätte natürlich auch sein können, dass jeder Schuss von ihnen reingeht und wir verlieren 8:0. Die Chancen haben sie gehabt.

Es ist wichtig, auch einmal gegen einen so starken Gegner zu spielen, damit einige nicht denken, nach der Herbstmeisterschaft läuft es von alleine so weiter. So werden ihnen die Grenzen aufgezeigt, und dass man auch anders Fußball spielen kann. Hacki (Patrick Hackmann) war sehr gut bei uns, obwohl wir noch gar kein Torwarttraining gemacht haben. Der Boden war so hart, dass wir noch kein Torwarttraining machen konnten.

Wir haben auch noch kein Torschusstraining gemacht, weil das der Platz nicht hergab. Erst seit dieser Woche ist es frostfrei, sonst hatten wir hier nur einen knüppelharten Boden. Da kann man auch kein Torschusstraining machen. Die Bälle sind knüppelhart und die ‘Eier’, die wir haben, sind ja Betondinger. Da kann man dem Torwart nicht sagen: ‘Schmeiß Dich mal hin!’ Letzten Dienstag war der Platz zum ersten Mal wieder weich, so dass wir etwas Vernünftiges machen konnten.

Aber ansonsten sind wir teilweise durch Cadenberge gelaufen. Auf dem Platz bringt es auch keinen Spaß. Früher hatten wir noch die ‘Tausenfüßler’. Die hat heute ja keiner mehr, weil sie alle keine Kohle haben. Sie kommen mit irgendwelchen Stollenschuhen auf den Platz, wenn er knüppelhart ist. Das ist so bei den Youngstern, wenn sie 18, 19 Jahre alt sind. Entweder haben sie Stollen oder normale Noppen. Und die sind zu hart, wenn es gefroren ist. Da muss man ‘Tausenfüßler’ haben, aber bis auf zwei hat die keiner mehr.

Wir müssen auch wieder disziplinierter werden. Das geht so nicht. Problem ist, dass wir kaum Alternativen haben. Bei einem Kader von 19, 20 Mann könnte man heutzutage durchgreifen. Aber das kann ich mir nicht erlauben. Wenn jetzt Felix Riedel nicht da ist, Mentz ist beim Bund und Philipp Stangneth ist nicht da, hab ich mit ‘Boller’ nur 16 Mann. Marco Elbrandt hat sich aus gesundheitlichen Gründen für Sonntag abgemeldet. Dann habe ich Sonntag nur 11 Mann und kann schon bald wieder absagen.

Momentan kann man nur hoffen, dass es einigermaßen weitergeht und wir an die Leistung der Hinserie anknüpfen, und dann müssen wir mal sehen. Eine vernünftige Vorbereitung war bisher kaum möglich. Obwohl wir heute läuferisch einigermaßen mitgehalten haben. Das hatte ich gar nicht erwartet. Ich hatte gedacht, dass wir in der letzten halben Stunde einbrechen. Aber es ist wohl heute auch ein wenig eine andere Welt. Vielleicht brauchen sie nicht mehr so viel Training wie früher.”

Germania Cadenberges Tobias Steffens bei einer scharfen Flanke - Klick aufs Bild vergrößert
Notizen am Rande

Die 1. Herren trug am Freitag, dem 06.02.09, ein Freundschaftsspiel gegen Rot-Weiss Cuxhaven I unter Flutlicht aus. Dabei waren die Gäste den Hausherren wie erwartet klar überlegen und kamen zu einem ungefährdeten 5:1-Erfolg.
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Fußball-Freundschaftsspiel: Germania Cadenberge - Rot-Weiss Cuxhaven 1:5 am 6.2.09 - Marcus Richter gegen Domenic Karberg - Klick auf das Foto vergrößert.
Foto (Klick vergrößert): Marcus Richter (Rot-Weiss Cuxhaven, li.) wird von Germanias Abwehrchef Domenic Karberg bis zur Mittellinie verfolgt. Er hat noch einen großen Trainingsrückstand und läuft seiner tollen Form der Hinrunde hinterher.